Mittwoch, 29. April 2015

Leseprobe "Wachgeküsst - Einmal Märchenreich und zurück"

Hallo Ihr Lieben ;)

um die Wartezeit etwas zu verkürzen, hab ich hier eine Leseprobe für Euch. 
Aller Anfang ist schwer, wenn man sich plötzlich im Märchenreich wieder findet! ^^


Der Kerl krallte sich an meiner Lederjacke fest. Wir stolperten
und humpelten zusammen den engen Weg entlang
und erreichten tatsächlich schon bald das Ende des
Gestrüpps. Kaum waren wir draußen, schloss sich die
Hecke mit lautem Rascheln. Wir ließen uns auf den Boden
fallen, ich stieß einen Schmerzensschrei aus, als mein Bein
rebellierte. Der Typ atmete heftig und blickte mich an. Der
Mond schien direkt auf sein Gesicht, und das, was ich sah,
gefiel mir ausgesprochen gut.

Bis er zu sprechen begann.

„Ich stehe tief in Eurer Schuld“, sagte er mit rauer Stimme.
„Ihr habt mein Leben gerettet.“ Er deutete auf mein Bein.
„Seid Ihr verletzt?“
„Äh …“ Ich tätschelte unbeholfen seine Schulter, worauf
er mich fast brüskiert anblickte. Komischer Kauz. „Schon
gut, mach dir keine Sorgen um mich“, antwortete ich kopfschüttelnd.
„Bleib ganz ruhig, ich ruf uns ein Taxi.“ Ich
griff in die Innentasche meiner Jacke und holte mein
iPhone raus. Als ich es einschaltete, gab der Kerl einen
überraschten Laut von sich und starrte das Ding an, als
hätte er noch nie ein Handy gesehen. Der Typ war echt
strange.
„Fuck! Kein Empfang … wir müssen in einem Funkloch
stecken.“ Ich überlegte. Nachdem ich einen Unfall melden
musste, konnte ich ohnehin auch die Notrufnummer
wählen. Verdutzt stellte ich fest, dass nicht mal das ging.
„Ich kann weder die Polizei noch den Notarzt rufen“,
murmelte ich.
„Was ist das für Teufelszeug und worin stecken wir?“,
fragte der Typ aufgeregt. Er war völlig durch den Wind und
starrte immer noch mein Handy an. Was zum Henker hatte
der sich reingeworfen? „Wen wollt Ihr rufen? Hier ist niemand
weit und breit.“

Ich steckte mein Handy zurück in die Jacke und seufzte.
Dieser Geburtstag wurde wirklich immer besser.
„Hey, hab ich dich am Kopf erwischt, oder hast du was
genommen?“ Ich neigte mich vor und versuchte, seine
Augen im Dunkeln besser zu erkennen. „Was zur Hölle
gibt es auf diesen Festivals zu saufen?“
„Verzeiht, aber ich verstehe nicht. Ihr sprecht in Rätseln,
wählt eigenartige Worte. Ihr habt mir das Leben gerettet
und ich möchte mich bedanken.“
„Okaaaaaay …“ Oh. Mein. Gott. Ich wusste nicht genau,
wie ich reagieren sollte. Warum mussten die heißesten
Kerle immer entweder hetero oder verrückt sein? Der
Fremde blickte sich indessen um und zuckte die Schultern.
„Ich bin müde und erschöpft. Sobald der Tag anbricht,
wird jeder von uns seiner Wege ziehen. Ich habe eine Mission
und diese ist, die Prinzessin von ihrem Fluch zu
befreien.“
Ich stöhnte verzweifelt auf. „Prinzessin? Oh Mann, das
muss ja heftiges Zeug sein – und wenn ich ehrlich bin,
könnte ich gerade auch etwas davon gebrauchen. Du hast
nicht zufällig etwas dabei?“

Als er mich hilflos ansah, tat er mir fast leid. Ich lächelte
ihn versöhnlich an und streckte ihm die Hand entgegen.
„Ich bin übrigens Jan. Jan König.“
Blondie blickte mich mit zusammengekniffenen Augen an
und drückte kurz meine Hand.
„König?“
Ich nickte.
„Ich bin Prinz Richard, Erbe von Sonnthal.“
Ich verdrehte seufzend die Augen. „Schon klar.“
„Und Ihr seid König welchen Reiches?“ Er beäugte mich
skeptisch.
„München?“, gab ich zynisch zurück.
„Verzeiht, Ihr erscheint mir recht jung für einen König und
dieses Land München ist mir gänzlich unbekannt.“ Kopfschüttelnd
blickte er sich um. „Hier ist weit und breit kein
Schloss. Ich dachte, es befindet sich direkt hinter dieser
vermaledeiten Hecke.“ Er sah mich an. „Ob dies eine weitere
Prüfung ist?“, fragte er nachdenklich.
Mann, der Typ hatte wirklich ordentlich einen an der Klatsche.
„Was denn für eine Prüfung?“, erwiderte ich verständnislos
und sah mich Hilfe suchend um. Wo verdammt
waren wir? Die Gegend war mir völlig unbekannt, es gab
offensichtlich keine Straßen in unmittelbarer Nähe. „Hör
mal, ich glaube, du solltest dich ausruhen. Vielleicht hast du
eine Gehirnerschütterung. Was war das eigentlich für eine
gruselige Nummer mit der Hecke?“
Bevor Richard antworten konnte, gab es plötzlich einen
lauten Knall und die Umgebung erhellte sich wie durch
einen Blitz.

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